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Die Nutzung von Daten in Kombination mit künstlicher Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie unseres Jahrhunderts. Telefónica Deutschland hat sich nun 6 Prinzipien auferlegt, um der Nutzung von künstlicher Intelligenz im Unternehmen einen ethischen Rahmen zu geben.

„Die Telefónica Gruppe hat sich weltweit dazu bekannt, künstliche Intelligenz nur nach konkreten Prinzipien der Ethik einzusetzen“, so Telefónica Deutschland CEO Markus Haas im Telefónica BASECAMP in Berlin am 13. Februar 2019. Für den hiesigen Markt hat Telefónica Deutschland diese Prinzipien interpretiert. Sie sollen dem Unternehmen als Orientierung dienen, wenn es mit Daten und künstlicher Intelligenz arbeitet und somit einen positiven Einfluss der Technologie auf die Gesellschaft unterstützen.

6 Prinzipien zur Ethik der künstlichen Intelligenz (KI)

 

  1. „Fair und für alle zugänglich – die Digitalisierung ist keine geschlossene Veranstaltung.“

    Es ist uns wichtig, dass die Anwendungen der KI-Technologie zu fairen Ergebnissen führen. Wir streben an, dass sie keine diskriminierende Auswirkung auf Menschen hat – in Bezug auf Rasse, ethnische Herkunft, Religion, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder andere persönliche Umstände.

    Außerdem sollten alle Teile der Gesellschaft Zugang zu digitalen Möglichkeiten erhalten. Dies beinhaltet auch, dass jeder befähigt werden sollte, sie in seinem Rahmen zu nutzen bzw. entsprechende Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung zu bewerten.

  2. „KI sollte der Gesellschaft dienen: Wir werden die Skepsis der Menschen nur überwinden, wenn künstliche Intelligenz greifbare Vorteile für den Einzelnen schafft.“

    KI sollte im Dienste der Gesellschaft stehen und greifbare Vorteile für die Menschen bringen. Hierfür müssen KI-Systeme unter menschlicher Kontrolle bleiben und der Einsatz von wertorientierten Überlegungen geleitet werden. Bei der Verwendung von KI in Produkten und Dienstleistungen beachten wir die Menschenrechte sowie die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

    Überall dort, wo das menschliche Gehirn an seine Grenzen stößt, oder es von Routineaufgaben befreit werden kann, liefert KI einen echten Mehrwert. Es ist wichtig, dass der Einzelne selbst den Nutzen erfährt. Um die Skepsis gegenüber KI abzubauen ist es deshalb wichtig, dass Beispiele für dessen Einsatz transparent und verständlich dargelegt werden.

  3.  „Nicht alles, was möglich ist, ist moralisch legitim – künstlicher Intelligenz müssen Grenzen gesetzt werden.“

    Gesellschaft und Wirtschaft müssen gemeinsam klare Grenzen definieren, inwieweit autonome Systeme und KI vordringen dürfen – und das über Ländergrenzen hinweg. Wir fördern diesen komplexen gesellschaftlichen Dialog.

    Bei Telefónica hinterfragen wir zudem vor dem Einsatz von KI, ob wir dies ethisch vertreten können und diskutieren die möglichen langfristigen Auswirkungen.

  4. „Die Verwendung von Daten muss transparent sein und die Daten geschützt.“

    Entsprechend unserer Datenschutz-Leitlinien sind wir überzeugt, dass jeder über die Verwendung seiner Daten selbst entscheiden sollte. Voraussetzung hierfür ist eine transparente Information.  

    Transparenz bedeutet in Hinblick auf KI aber noch mehr: Die Nutzer sollten darüber informiert sein, ob sie mit einem KI-System interagieren oder nicht. Wir machen transparent, wenn ein Kunde mit unserem Chatbot spricht oder mit einem Menschen. Denn es ist wichtig zu wissen, ob Mensch oder Maschine ein Ergebnis ermittelt haben, damit die Nutzer beurteilen können, worauf dieses beruht.

    Im Falle einer KI-basierten Entscheidung streben wir an, dass die Logik hinter einer Systementscheidung für den Menschen nachvollziehbar ist.

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    Stefan Zsegora, Senior Business Development Manager für Big Data Privacy Services bei Telefónica NEXT, erläuert das vierte KI-Prinzip. Wie wir bei Telefónica NEXT mit Daten arbeiten und welche Rolle Anonymisierung für den Datenschutz spielt, haben wir hier zusammengestellt.

  5. „Daten aus der Zusammenarbeit mit Dritten müssen Prüfung standhalten.“

    KI-basierte Produkte und Dienstleistungen können auch aus der Zusammenarbeit mit Partnern oder Dritten entstehen. In dem Fall behalten wir uns vor, die Rechtmäßigkeit und Richtigkeit der Daten sowie deren Logik dahinter zu überprüfen.

  6. „Der Mensch muss oberste ethische Instanz bleiben.“

    Wir lenken Maschinen, nicht sie uns. Ethische Entscheidungen sollten stets dem Menschen vorbehalten bleiben. Unser moralisches Urteilsvermögen erfordert implizites Hintergrundwissen, das nicht immer erklärbar und programmierbar ist. In dieser Hinsicht sind wir den Maschinen weit voraus. Deshalb sollte es auch in Zukunft nur der Mensch sein, der über ethische und moralische Fragen entscheiden darf. Und so handhaben wir das auch bei Telefónica Deutschland.

 Weitere Informationen zum Thema im Blog von Telefónica Deutschland

Unter der Überschrift "Mensch, Moral, Maschine" hat auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. einen Leitfaden zu Digitaler Ethik veröffentlicht, der hier zum Download verfügbar ist.