Licht und Heizung via Smartphone steuern, Haushaltsgeräte per Stimme bedienen oder die eigenen vier Wände mit intelligenten Überwachungssensoren sicherer machen: Jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) besitzt mindestens eine Smart-Home-Anwendung, wie der Branchenverband Bitkom in einer Studie herausfand. Verbreitet sind vor allem intelligente Beleuchtung (17 Prozent), Video-Überwachung (14 Prozent) und Sprachassistenten (13 Prozent).

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Grafik: Bitkom

IoT für Energieversorger und Pflege

„Beim Smart Home geht es nicht um Technikspielereien, es geht um gesellschaftliche Veränderungen, die z.B. ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu Hause ebenso ermöglichen wie eine dezentrale, ressourcenschonende Energieversorgung. Aus wirtschafts- und standortpolitischer Perspektive wird es in den kommenden Jahren vor allem um die Frage gehen, wer die Smart-Home-Plattformen betreibt“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg zur Vorstellung der Studienergebnisse im Vorfeld der IFA in Berlin.

Die gespeicherten Daten der Geräte wandern in den meisten Fällen in die Cloud. So geben zwei Drittel (65 Prozent) an, dass die Daten außerhalb des Hauses in einer Cloud-Anwendung des Anbieters gesichert werden. Deshalb kommen die meisten Geräte aktuell als Insellösungen daher. Die Geräte interagieren oft nur mit „ihrer“ Cloud und Geräten ihres eigenen Herstellers. Das heißt, das smarte Türschloss und die smarte Lampe funken meist in unterschiedlichen Welten, wenn sie von unterschiedlichen Anbietern stammen.

IoT-Plattform verbindet Geräte und Apps

Telefónica NEXT denkt hier einen Schritt weiter und arbeitet an der Geeny-IoT-Plattform, die es Herstellern ermöglicht, den Nutzern einfache und vorkonfigurierte Zusatzfunktionen mit anderen Geräten oder auch den Daten anderer Geräte zu ermöglichen.

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“Unternehmen - insbesondere Startups - die an ein offenes Ökosystem von vernetzten Geräten und intelligenten Services glauben und sich in Richtung datenbasierter Geschäftsmodelle weiterentwickeln wollen, sollten sich mit uns unterhalten” sagt Lars Heidemann, Leiter Business Development IoT bei Telefónica NEXT.

Geeny arbeitet im Hintergrund und ist nicht nur in der Lage, das smarte Türschloss mit der smarten Lampe zu verbinden – die Plattform kann beide Geräte für den Endkunden viel nützlicher machen. Der Endkunde muss dabei keine komplizierten Einstellungen vornehmen, denn die Anwendung wird über die Geeny-Plattform von den Herstellern vorkonfiguriert. So kann automatisch das Licht angehen, wenn die Bewohner nach Hause kommen, und ausgeschaltet werden, wenn die Wohnung leer ist.

Mit Daten zu neuen Anwendungen

Mit Use Cases dieser Art bietet Geeny IoT-Herstellern die Chance, ihren Kunden mehr nützliche Anwendungen auf Basis ihrer Sensordaten anzubieten. Dass sich zum Beispiel die Temperaturdaten von smarten Thermostaten nutzen lassen, um den Verbrauch zu optimieren und so dem Nutzer bares Geld zu sparen, hat das zu Google gehörende Unternehmen Nest bereits vorgerechnet: Wenn das Nest-Thermostat entsprechend dem Verhalten der Bewohner die Temperatur regulierte, sparten diese im Schnitt mehr als zehn Prozent des Rechnungsbetrags ein, oft 130 Dollar und mehr pro Jahr.

Für Energieversorger oder Stadtwerke, die ihre Kunden mit Wärme oder Strom versorgen, kann ein solcher Vorteil zum handfesten Wettbewerbsvorteil und Differenzierungsmerkmal werden, wo der Handel der Standardleistung sonst kaum welche bietet.

Der Markt ist im Kommen

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger (37 Prozent) plant, sich in den nächsten zwölf Monaten eine smarte Anwendung für das Zuhause anzuschaffen. Besonders hoch im Kurs stehen Heizungsthermostate (29 Prozent) und intelligente Beleuchtung (27 Prozent). Smarte Staubsauger (15 Prozent) und Gartengeräte (12 Prozent) sind ebenfalls gefragt. Beliebt sind auch Produkte, die das Wohnen sicherer machen, wie Video-Überwachung (18 Prozent), Alarmanlagen (11 Prozent) und Schließanlagen (7 Prozent). Jeder zehnte Bundesbürger will sich außerdem einen Sprachassistenten zulegen. „Das Smart Home verbreitet sich nach dem Schneeballeffekt: Was bei dem einen gut funktioniert, hält wenig später Einzug bei Freunden und Bekannten“, sagt Berg.

Quelle/Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.611 Personen in Deutschland ab 18 Jahren telefonisch befragt, darunter 425 Besitzer von Smart-Home-Anwendungen.